Noch sechsmal schlafen… – Wunschlisten! (Teil eins)

Wie auf Facebook angekündigt folgen hier einige shortlists, sortiert nach Kategorien, die so oder ähnlich unseren Wunschzetteln für Weihnachten entsprechen könnten. Die ganze Chose ist mehr oder weniger tagesaktuell, erhebt also mitnichten Anspruch auf Vollständigkeit, geschweige denn Exklusivität. Zudem spiegeln sie nicht meine Meinung wider, sondern sind Ergebnis eines Auswahlprozesses in der Gruppe. Los geht es mit einer mir besonders am Herzen liegenden Kategorie. Warum das Zweipersonenspiel meiner Meinung nach besondere Aufmerksamkeit verdient, werde ich noch vor Jahresende näher erläutern.

  1. Smash Up!: Eigentlich gedacht für 2-4 Spieler ist Smash Up meiner Meinung nach ein Zweipersonenspiel. Der Grund für das hohe Ranking ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass zwei Jahre Besitz zu problemlos 300 Partien geführt haben. Was will man mehr sagen? Vielleicht das: Piraten, Ninjas, Roboter, Dinosaurier, Aliens, Zombies, Leprechauns, Zauberer! Alles in einer Schachtel für ca. 12-15 Euronen. Nicht genug? Die Erweiterungen enthalten Werwölfe, Geister, Riesenameisen, Bewohner von Innsmouth, Vampire, Steampunks und eine Menge mehr. Top!
  2. X-Wing – Das Miniaturenspiel: Eine der wenigen ernstzunehmenden Schnittstellen zwischen Tabletop und Brettspiel. Grundlegend auf dem alten „Wings of War“ – Prinzip basierendes taktisches Miniaturenspiel im Star Wars Universum. Die Spieler steuern wahlweise Rebellen oder imperiale Kampfpiloten in Schiffsverbänden mit zwei bis 8 Schiffen. Die reichhaltige Auswahl an bisher erschienenen Schiffstypen (und damit einhergehend Pilotenkarten) bietet Abwechslung und Herausforderung bei der Schwadronszusammenstellung noch und nöcher. Nicht mehr lang und „Abschaum und Kriminelle“ betreten die Arena auch in Deutschland als dritte Fraktion. Achtung: Gleich zwei Grundspiele kaufen, alles andere grenzt an Schwachsinn.
  3. Android Netrunner: Was will man von einer Neuauflage mehr erwarten? Glänzte das ursprüngliche Netrunner durch Thematik und Asymmetrie, hebt Android Netrunner beides auf eine neue Stufe. Weltumspannender Megakon gegen Hacker: Heute keine Zukunftsmusik mehr. Nicht nur „Otherland“- oder „Shadowrun“- Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Auch wer ein wirklich anspruchsvolles Deckbauspiel sucht ist momentan unter Umständen am besten mit Android Netrunner bedient.
  4. Revolver: Es mag verwundern, dass dieses Spiel aus dem Hause White Goblin Games so weit oben auf unserer Liste gelandet ist, ist es doch relativ stark vom Nachziehen der Karten abhängig. Was für dieses Westernspiel spricht, ist die thematische Tiefe. Die Spieler sind Jack Colty und Colonel Ned McReady. Eine so extreme Immersion ins Thema habe ich selten erlebt. Daumen hoch für Autor, Grafiker und Redaktion. Abgesehen davon habe ich noch nie eine einzelne Partie Revolver spielen dürfen, Revanche wird eigentlich immer gefordert. Großes Kino.
  5. Targi / Jäger und Späher: Zwei Spiele auf einem Platz. Hmmm. Bis vor wenigen Wochen wäre er Targi vergönnt gewesen, aber KOSMOS haben mit sich nach dessen Erfolg offenbar entschlossen ihre Zweipersonenreihe ernsthaft wiederzubeleben. Daher kam nun J/S dazu. Beides sind stark strategisch und taktisch ausgelegte Spiele, die größtenteils auf Zufall verzichten und die Spieler den Sieg wirklich ausfechten lassen. In beiden wird von mir persönlich bekannten „Vielspielern“ das Fehlen einer eindeutigen Siegstrategie vermisst. Meine Meinung: Live with it! Kopier nicht aus dem Internet, spiele besser als Dein Gegenüber. Viel Spaß in Wüste und/oder Steinzeit.
  6. Hive: Anscheinend momentan nicht lieferbar, ist dieses ursprünglich von Gen42 Games (got the joke?) herausgegebene Spiel vor einigen Jahren bei HUCH untergekommen und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Eines der wenigen wirklich schachlastigen Zweierspiele, dem Erweiterungen (Moskito, Marienkäfer und Assel) nicht geschadet haben, sondern den Kampf um die feindliche Bienenkönigin im eigentlichen Wortsinne erweitert haben. Sollte jemand auf ein originalverpacktes Exemplar stoßen: Kaufbefehl. Zur Not als Geschenk, falls es schon in der eigenen Sammlung vorhanden ist.
  7. Mage Wars: Definitiv nichts für jedermann, hat sich dieser Verkaufsschlager aus den USA schon mit der ersten Partie einen festen Platz in meinem Herzen erobert. Letztlich ein Tabletopspiel, ist die Reduktion auf Karten ein genialer Schachzug, um die Kosten für den Spieler gering zu halten. Schon das Grundspiel sorgte für viele spannende Partien. Nekromant, Druide und all die anderen Zauberer aus den Erweiterungen erlauben individuelle Spielstile noch und nöcher. Falls jemand noch ein Weihnachtsgeschenk für mich sucht: Zaunpfahl, Zaunpfahl…
  8. Guildhall: Offiziell für zwei bis vier Spieler ausgelegt, ist Guildhall meiner Meinung nach ebenso wie Smash Up (siehe oben) ein Zweipersonenspiel. Letzten Endes ein Streitpatiencederivat, besticht Guildhall insbesondere durch die (tatsächliche) Ausgewogenheit der Aktionen. Auch nach einer hohen zweistelligen Anzahl von Partien sticht keine Aktion als zu stark oder zu schwach hervor (nicht einmal die auf den ersten Blick starke Tänzerin). Ausgewogen bis zum geht nicht mehr.
  9. Kahuna: Erneut punktet KOSMOS mit einem Spiel aus seiner Zweierreihe. Warum? Einerseits durch die Unverwechselbarkeit des Spiels, andererseits durch die Ausgewogenheit. Sollte kein Spieler in der ersten Runde zu sehr ins Hintertreffen geraten, bleibt Kahuna spannend bis zum Schluß. Immer. Schönes Spiel für alle, die auf Ausgleich zwischen Zufall und Planung aus sind. Favorisiert den Taktiker etwas mehr als den Zocker.
  10. Die Fürsten von Catan: Wäre dies das Jahr 2009 wäre „Die Siedler von Catan – Das Kartenspiel“ sicher unter den Top 5 gewesen. Leider hat sich die Redaktion im Hause Kosmos dazu entschlossen, das Spiel 2010 „familienfreundlicher“ zu gestalten. Dadurch, dass diejenigen Ausbaukarten, die das Spiel interessant machen, neuerdings auf der Rückseite farblich gekennzeichnet sind, da sie einem „Erweiterungsmodul“ zugehörig sind, hat die Spieltiefe leider abgenommen. Allen, die es nicht kennen, kann ich dennoch nur sagen, das Klaus Teuber meiner Meinung nach mit „Die Siedler von Catan“ nur geübt hat, um das gleichnamige Kartenspiel für zwei entwickeln zu können. Kaufen, spielen, jetzt. Wer noch die alte Ausgabe besitzt sei hiermit gewarnt, seine Karten pfleglich zu behandeln. Die Neuauflage ist nach wie vor besser als das Brettspiel, aber dennoch schlechter als die guten alten Kartensiedler.

Das wars von hier. Viele weitere Spiele haben es nicht in die Top Ten geschafft, selbst wenn sie es verdient hatten, wie Einfach Genial (echt nicht für 3+ Spieler), Carcassonne (siehe Einfach Genial :-)), Caro, Quatro etc.

 

Erweiterungen und Erwiderungen zu dieser Liste sind in den Kommentaren mehr als willkommen. Wenn Euer Spiel nicht auf der Liste ist, lasst uns wissen, dass es fehlt und warum es hier stehen sollte. Bis dahin:

Weiterspielen!

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