Vier mal gehen wir noch ins Bett… Wunschzettel Familienspiel (Teil Drei)

Wer Kinder oder Eltern hat – also beinahe jeder, kennt das: Alljährlich kommen alle mal zusammen, weil drei Tage lang gar nichts geht. Die Schulen, Universitäten und Geschäfte sind geschlossen, die Fleischereien leergekauft und der Baumbestand der Umgebung hat sich signifikant reduziert. Das hat nach landläufiger Meinung mehr oder weniger irgendwas mit Religion zu tun. Fest steht jedoch, dass es mehr Freude bereitet, mit der Familie Pöppel, Püppchen, Würfel und Karten zu bewegen, als gemeinsam stumpf in die Glotze zu starren.

  1. Black FleetGanz hoher Aufforderungscharakter durch Materialfülle und -qualität. Freibeuterei, Handelsfahrten und Jagd auf Piraten machen auf dem riesigen Spielplan zu viert am meisten Spaß. Aye!
  2. Zug um Zug Europa: Das unserer Meinung nach beste Zug um Zug. Guter, ausgewogener Spielplan, uns Mitteleuropäern bekannte Städte und das einfache, aber auch nach zehn Jahren noch immer gute Spielprinzip überzeugen nach wie vor.
  3. King of Tokyo: Oma spielt Gigasaur, Opa gibt den Cyberbunny, die Enkel hauen sich gegenseitig mit The King und Pandakai eins auf die Mütze. Man kann nur allen Familien mit thematischen Berührungsängsten raten, diese abzulegen. Wird nur noch besser, wenn im Hintergrund die Tonspur eines der alten japanischen Godzilla-Filme läuft.
  4. AbluxxenWer bis zu fünf Familienmitglieder zwischen Mittagessen und Bescherung mit leichter Kost verköstigen möchte, kann hier zugreifen. Karten sammeln, ausspielen und vor allem die anderen Spieler ärgern. Schön für Zwischendurch. Blöd nur, wenn es noch verpackt unter dem Baum liegt.
  5. Han: Zum 25-jährigen Autoren- und Verlagsjubiläum beschenkt Abacusspiele uns erneut mit einer Neuauflage zu Michael Schachts „Kardinal und König“. Zwischenzeitlich hieß es auch mal China. Ob nun KuK, China oder Han, dieser Klassiker der Mehrheitenspiele bietet taktische Herausforderungen ohne mit großem Regelwerk zu erschlagen.
  6. Stone Age: „Familienspiel mit Anspruch“. Dieses geflügelte Wort trifft auf kein anderes Spiel so sehr zu wie auf Stone Age von Bernd Brunnhoher. Einfache Regeln, viel Spiel, viel Interaktion und besonders schöne Grafik verbinden sich hier zu einem Werk, das für viele Spieler die Einstiegsdroge war.
  7. Biberbande: Dieser von Amigo im Kinderspielbereich angesiedelte Absacker lebt größtenteils davon, daß nichts so klappt, wie man sich das gedacht hat. Klopft man, weil man glaubt, wenig Punkte zu haben, zieht einer der letzten Spieler garantiert noch eine Tauschkarte oder die eine Karte, auf die man pokern musste, entpuppt sich als eine „9“. Wenig Spiel, viel Emotion.
  8. Anno Domini: Irgendwie Quizspiel, irgendwie Partyspiel. Als bierernstes Quizspiel taugt es nicht, weil kein Mensch all diese Details wissen kann. Wer gewinnen will, muss eher ein Bluffspiel spielen. Aber ums Gewinnen geht es letztlich nicht, eher um die Freude an der Ungewißheit und der Kommunikation über mißlungene Bluffversuche. Kommunikative Runden mit Wissensdurst kommen hier voll auf ihre Kosten und bei 26 verschiedenen Themengebieten sollte eigentlich für jeden etwas zu finden sein.
  9. Lemminge: 2014 hat Amigo endlich mal wieder ein solides Brettspiel abgeliefert. Nach jeder Menge halbgarer Versuche in den letzten Jahren spielt sich Sebastian Bleasdales Laufspiel flüssig und immer wieder spannend. Manche Eltern finden es zwar gar nicht lustig, dass es darum geht, als erster von der Klippe springen zu dürfen, aber zum Glück endet das wilde Gewusel ja direkt vor dem Absprung.
  10. Die Legenden von Andor: Wie andernorts erwähnt bin ich kein großer Fan des kooperativen Genres und ich bin definitiv kein  Fan von Andor. Doch was Michael Menzel mit Andor gelungen ist, verdient Hochachtung. Eingedenk des Hauptberufs des Autoren wundert es nicht, dass Andor wohl eines der schönsten Spiele am Markt ist. Bemerkenswert ist allerdings die Zahl der Rückmeldungen aus Familien, die begeistert davon berichten, dass es endlich mal wieder ein Spiel geschafft hat, die ganze Familie von ihren diversen elektronischen Zerstreuungen abzuhalten und Stunde über Stunde an den Küchentisch zu fesseln. Und die Legende ist ja noch lange nicht zu Ende erzählt.

Das waren unsere Top Ten für die Familie. Gerade in diesem Segment gibt es natürlich eine gewaltige Auswahl und sicher findet sich so manche Perle nicht in dieser Liste. Hätten wir beispielsweise „Colt Express“ nicht erst gestern Nacht kennengelernt, wäre es mit steigender Anzahl Partien sicher hier gelandet. Wie sieht es bei Euch aus? Welche Familienpiele sollten Eurer Meinung nach in keiner Sammlung fehlen?

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