Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten! – Limes

Limes SpielWir übrigens auch nicht, hier versteckt sich ein abstraktes, taktisches Legespiel unter einem hauchdünnen, römischen Deckmäntelchen. Davon, dass die Spieler Wächter, Fischer, Bauern und Fischer zur Arbeit schicken, merken sie eigentlich nicht viel. Zumal jeder im Rundentakt umschulen darf, sich also eher als Multitalent entpuppt. Warum das dem Spielreiz keinen Abbruch tut, lest ihr nach der nächsten Maus:
Durch das Anlegen von Gebieten und das Einsetzen von Arbeitern erschafft jeder Spieler sein eigenes Reich und versucht dadurch die meisten Punkte zu erzielen. Das Interessante daran ist, dass die Kontrahenten exakt die gleichen Gebietskarten verwenden.

Zum Spiel
Zu Spielbeginn bekommt jeder Spieler das gleiche Set aus 24 Landschaftskarten. Jede Karte besteht aus vier Feldern, die Äcker, Seen, Türme und Wald in unterschiedlichsten Kombinationen (allerdings nie mehr als zwei gleiche Gebiete pro Karte) zeigen.
Zudem bekommt jeder noch sieben Arbeiter.

Beide (alle) Spieler spielen gleichzeitig, wobei einer für die Kartenauswahl verantwortlich zeichnet.Dieser Vorgabespieler mischt seine 24 Karten und zieht die oberste. Der andere Spieler sucht die Karte mit derselben Zahl aus seinem Deck heraus und beide legen sie auf den Spieltisch. So bilden beide Spieler, unabhängig voneinander, eine Auslage. Jede weitere Karte muss waagerecht oder senkrecht an die schon ausliegenden eigenen Karten angespielt werden. Die Ausrichtung der Karte darf frei gewählt werden. So entsteht bis zum Spielende (nach Auslegen der 16. Karte) ein Raster von vier mal vier Karten vor jedem Spieler.

Zusammenhängende gleiche Landschaftsfelder zählen dabei als ein so genanntes Gebiet.
Bei Türmen ist dies nicht der Fall. Jedes Turmfeld gilt immer als ein Gebiet, egal ob es benachbart zu anderen Türmen ist oder nicht.

Nach dem Anlegen der Karte darf jeder Spieler, so er denn möchte, einen Arbeiter auf die soeben gespielte Karte stellen ODER einen schon eingesetzten Arbeiter in ein waagerecht oder senkrecht an seine derzeitige Position angrenzendes Gebiet verschieben.

Danach beginnt eine neue Runde und eine weitere Karte wird gespielt. Nachdem jeder Spieler 16 Karten in einem 4 x 4 Raster gelegt hat, endet das Spiel.

Wertung
Bei Spielende punkten die eingesetzten Arbeiter entsprechend ihrer Position.

  • Bauer auf Äckern
    Für alle zusammenhängenden Ackerfelder seines Gebietes bekommt der Bauer je einen Punkt.
  • Fischer auf Seen
    Für jede Fischerhütte direkt am Ufer seines Sees bekommt der Fischer je einen Punkt.
  • Holzfäller im Wald
    Für jedes senkrecht oder waagerecht an sein Waldgebiet angrenzende andere Gebiet bekommt der Holzfäller einen Punkt.
  • Wächter auf Türmen
    Für jedes Waldfeld (nicht Waldgebiet!) das der Wächter von seinem Turm aus waagerecht und senkrecht zu ihm sehen kann, bekommt er einen Punkt. Durch andere Türme wird seine Sicht versperrt.

Für jedes Gebiet gibt es nur eine Wertung, auch wenn sich mehrere Arbeiter in einem Gebiet befinden sollten.

Momentan 27 Punkte für schwarz…

Fazit
„Da muss erst der Autor vorbeikommen, damit man das Spiel spielt!“ Ja, das ist wahr. Martyn F war bei uns im Laden, bei Spiele am Münster, und wir kamen mit ihm ins Gespräch. Danach wollten wir Limes unbedingt spielen und: Es hat sich gelohnt. Schöne Grafik, schöner Mechanismus. Auf den ersten Blick hat es viel mit Carcassonne gemeinsam. Aber es kommt ein ganz anderes Spielgefühl auf. Ein Einrichten der eigenen vier Wände, bei dem der Unterlegene am Ende weiß, dass logischerweise mindestens so viele Punkte drin gewesen wären, wie sein Gegenüber erzielt hat.

Was nicht klappt: Das Thema römisches Reich erzählt sich überhaupt nicht. Was hat das alles mit den Römern zu tun? Aber das erscheint auch nicht so wichtig. Vor allem, wenn man im Hinterkopf hat, dass Limes früher Cities hieß und wir um die Attraktivität unserer Städte für die Touristen gespielt haben.

Aber: Prima Spiel. Ob alleine, zu zweit oder auch mit beliebig vielen Mitspielern, sofern ausreichend Spiele vorhanden sind. Da jeder an derselben Auslage arbeitet, ist es natülich möglich, mehr Spiele(r) hinzuzufügen.

Limes Spiel

Der Autor besucht uns bei der Arbeit. Die Qualität liegt am Fotoapparat (Telefon).

Limes
Autor: Martyn F
Illustration: Claus Stephan
Spieler: 1-2 (oder auch mehr)
Dauer: ca. 20 Minuten
Verlag: Abacus

 

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Ein Kommentar

  1. Kollege Flo hat übrigens nachgezählt. Im Bild sind 28 Punkte für schwarz zu vergeben. Martyn F schrieb auf Facebook, es seien nur 26. 😉

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