Einer geht noch! – Top 10 Absacker

BildwuerfelWer kennt das nicht: Nach einem langen Spieleabend sind nur noch die üblichen Verdächtigen da, die sich einfach nicht trennen können. Oder nicht aufraffen. Man könnte ja noch was kleines spielen, einen Absacker zum Abschied. Quasi als Aperetiv. Haben wir denn nicht ein bißchen Entspannung verdient, nachdem wir in den letzten Stunden zwei Königreiche erobert, ungezählte Prinzessinnen gerettet und ganze Märkte umgekrempelt haben? Na also. Komm schon, eins noch! Die hier vorgestellten Spiele sind diejenigen, die in den letzten zwölf Monaten bei uns am häufigsten als Absacker, aber auch Anwärmer und Lückenfüller gedient haben. Abgesehen davon kann man sie alle auch prima mit in die Kneipe nehmen für den Fall, dass der Gesprächsstoff ausgeht. Fangen wir an:

10: „23 Aufsteigend…Ablegen“
Meist einfach nur „23“ genannt und keinesfalls mit dem gleichnamigen Film zu verwechseln, geht es in diesem kleinen Kartenspiel darum, reihum Zahlenkarten von der 1 bis zur 23 abzulegen. Einfallsreicher Titel, oder? Damit daraus ein Spiel wird, gibt es für jede übersprungene Zahl einen Minuspunkt. Der Spieler kann auch passen, gibt dann nur einen Punkt Malus. Oder er nimmt sich zwei, das zwingt den nächsten, auszuspielen, ob er will oder nicht. Zudem lässt sich pro Spieler bis zu dreimal für die Abgabe eines grünen Chips die ausliegende Zahl um bis zu +/-5 verändern. Blöd nur, dass diese Chips bei Nichtbenutzung am Ende der Runde ordentlich Punkte bringen. Ein ganz schneller Zock, der natürlich stark vom Kartenglück abhängig ist. Nach einer vorher verinbarten Anzahl an Runden wird abgerechnet und nach Hause gegangen.

9: „The City“
Zu dieser kleinen Perle aus dem Hause Amigo haben wir uns hier unlängst etwas ausführlicher geäußert. Letztlich spielen bis zu 5 Spieler eine ca. 15-minütige Partie „SimCity im Schnelldurchlauf“. Die Karten, aus denen vor jedem Spieler eine von Runde zu Runde wachsende Stadt entsteht dienen gleichermaßen als Zahlungsmittel wie als Gebäude und enthalten jede Menge Synergien und Anknüpfungspunkte aneinander. Bisweilen lässt sich das Spiel sogar mittels jener Stadt gewinnen, die ein Mitspieler errichtet hat. Wer nur 15 bis 20 Minuten Zeit hat, aber dennoch ein Aufbauspiel sucht, ist hier gut bedient.

8: „Biberbande“
Und die dritte kleine Schachtel von Amigo. War in dieser Liste angesichts des Verlagsprogramms aber auch nicht anders zu erwarten. Vom Verlag selbst als Kinderspiel verkauft (Alter 6+), sorgt dieses kleine Bluff- und Optimierungsspiel eigentlich immer wieder für jede Menge  Lacher. Auch in reinen Erwachsenenrunden. Kein Wunder, vergisst doch jeder zuweilen, welche Karten er sich 30 Sekunden vorher noch angesehen hat. Und wenn man dann ganz sicher ist, optimale Karten zu haben und beim Aufdecken feststellen darf, dass man ganz zum Schluß noch eine einigermaßen gute 4 gegen eine katastrophale 9 eingetauscht hat, weil der liebe Sitznachbar geblufft hat, hat man zumindest die Mitspieler zum Lachen gebracht. Wer wissen will, wie es geht, klicke bitte hier.

7: „Abluxxen“
Auch dem ersten Titel auf dieser Liste, den nicht Amigo produziert haben wir letztes Jahr schon besprochen. Wie bei allen Titeln hier steht auch bei Abluxxen der Spaß im Vordergrund, auf komplexe Regeln wird hingegen verzichtet. Was Abluxxen besonders macht, ist die permanente Interaktion zwischen allen Beteiligten. Zur Handkartenoptimierung muss man den Mitspielern letztlich Angebote unterbreiten und hoffen, dass sie mit den ausgespielten Karten weniger anfangen können als der Ausspielende mit jenen, die er nachzuziehen hat, wenn es zum Abluchsen kommt. Schnell, spannend, sehr interaktiv.

6: „Haialarm“
Auch wenn Bluffspiele wirklich nicht unbedingt unsere Lieblingskategorie sind, hat Haialarm sich in unseren Herzen festgesetzt. Das liegt sicher auch mit am Material, da es hier nicht nur darum geht, verdeckt Zahlenkarten zwischen eins und sechs auszuspielen und im Optimalfall einen Punkt mit dem Bleistift auf einem Stück Papier zu notieren. Jeder Spieler verfügt über eine LEGOartige Piratenfigur, die nach gescheiterter Meuterei im Meer schwimmend versucht, den rettenden Strand zu erreichen. Der am Ende der Reihe schwimmende Hai frisst Runde für Runde ein Körperteil des Nachzüglers. Verliert eine Spielfigur alle vier Gliedmaßen (ja, man kann die tatsächlich abreißen), scheidet ihr Spieler aus. Gewinner ist derjenige, der vorn schwimmt, sobald nur noch zwei Möchtegernpiraten im Spiel sind. Besticht definitiv durch seinen bösen Humor.HaiAlarm

5: „Bang! The Dice Game“
Zu dieser Kniffelneuauflage eines Kartenklassikers haben wir eigentlich schon alles gesagt. Wird trotz Spielerelimination aufgrund seines Tempos für niemanden langweilig. Spielt sich wie Bang!, dauert nur bei Weitem nicht so lange. Zudem fühlt es sich an wie „Zwei glorreiche Halunken“ und bespaßt bis zu acht Mitspieler in drei Teams, was außerhalb des Partyspielbereichs nun wirklich selten ist. Es passiert nicht häufig, dass Würfelvarianten zu erfolgreichen Spielen wirklich gut gelingen, hier ist es allerdings der Fall.

4: „Tsuro“
Und wenn wir schon dabei sind, viele Spieler integrieren zu wollen, machen wir damit doch gleich weiter. Tsuro lässt sich ebenfalls mit bis zu acht Leuten spielen und bietet sogar ein wenig Strategie. Jedem Spieler stehen pro Runde drei quadratische Plättchen zur Verfügung, auf denen sich jeweils vier Wege kreuzen, mit zwei Ein-/Ausgängen pro Seite. Von diesen gilt es eines an das Plättchen anzulegen, auf dem die eigene Figur gerade steht und jene dann zum neuen Ende ihres Weges zu stellen. Wessen Figur auf diesem Wege an den Spielfeldrand gerät, fliegt raus, treffen sich zwei Figuren, scheiden beide Spieler aus. Das Wegenetz wird immer dichter und enger, bis zum Schluß der „Last Man Standing“ gewonnen hat. Wichtig hierbei: Die deutsche Ausgbae kaufen, die amerikanische hat zu wenig Plättchen und nur den kleineren, mithin schlechteren Spielplan.

3: „Dobble“
50 Symbole, 55 Karten, 8 Symbole pro Karte. Mehr braucht es nicht, um das menschliche Gehirn, insbesondere ein nach einem langen Abend müdes Exemplar, zu überfordern. Jeder Spieler hat eine Suchkarte vor sich ausliegen und will der erste sein, der entdeckt, welches Symbol diese mit der momentan offen ausliegenden Karte gemein hat. Wer seine Übereinstimmung (genau eine zwischen jeder Karte und jeder anderen)entdeckt, benennt das Symbol, greift nach der neuen Karte und legt sie auf seine Suchkarte. Dadurch wird im zentralen Stapel die nächste aufgedeckt und zugleich hat der Spieler eine neue Suchkarte. Wer am Ende des Stapels die meisten Karten hat, ist der Gewinner. Hektik pur ist zwar wirklich nicht Jedermanns Sache aber zumindest als Absacker hat Dobble bislang beinahe jeden Mitspieler überzeugen können.

2: „Kakerlakensuppe“
Selbes Prinzip wie Dobble, hier wird aber eher das Sprachzentrum überfordert. Es gilt, die eigenen, verdeckten Handkarten als erster loszuwerden. Reihum wird eine ausgespielt und das darauf abgebildete Gemüse benannt. Vier Gemüsesorten gibt es, zudem „Suppenkarten“, die das nennen einer der vier Sorten generell verbietet. Liegt davon eine offen aus, muss bei Erscheinen des entsprechenden Gemüses abwechselnd geschlürft und genüsslich „Hmmm“ gemacht werden. Klingt einfach? Wäre es auch, wenn es nicht verboten wäre, das zuletzt korrekt benannte Gemüse erneut zu benennen. In dem Fall muss z.B. wenn ein Pilz aufgedeckt wird, dieser „korrekterweise“ als Karotte bezeichnet werden. Auch wenn die Nennung des letzten Pilzes aufgrund einer verbotenen Paprika zustande kam. Wer stottert, zögert oder falsch benennt, bekommt zur Strafe alle ausliegenden Karten auf die Hand. Erstaunlich, wie leicht so ein menschliches Gehirn zu überlisten ist. Die Suppe behebt übrigens alle Fehler, die der Kakerlakensalat noch mitbrachte, wie beispielsweise allzu aufwendige Regeln und die dadurch entstehenden Unklarheiten.

1: „Love Letter“
16 Karten. Mehr steckt nicht in der Schachtel. Und das soll ein Spiel sein? Ja. Und was für eines! Love Letter beinhaltet Zahlenkarten von 1-8 (fünfmal 1, je zweimal 2, 3, 4 und 5, den Rest als Unikate). Diese stellen Charaktere am Hofe dar, beginnend bei der Wächterin (der 1) und hierarchisch aufsteigend bis zur Prinzessin (der 8), der es gilt, den eigenen Liebesbrief zu überbringen. Jeder Kartenwert bringt eine Sonderfähigkeit mit, mittels derer es gilt, die anderen aus dem Spiel zu entfernen. Wer am Ende des Nachziehstapels als einziger noch im Spiel ist, gewinnt in dieser Runde das Herz der Prinzessin und somit einen Punkt. Gibt es noch mehrere Konkurrenten, gewinnt unter diesen der höchste Kartenwert. Schön, wenn man die Prinzessin hält, dumm nur, dass diese genau deshalb die geringste Chance hat, die gesamte Runde zu überstehen. Trotz eines gewaltigen Zufallsfaktors bietet Love Letter erstaunlich viel Spielspaß und Deduktionsmöglichkeiten. Noch besser wird es, wenn man es immer wieder in derselben Runde spielt, da man sich kaum davor schützen kann, dass Running Gags entstehen.LoveLetterEinverstanden? Welche Spiele haben wir übersehen? Oder gibt es in dieser Liste Spiele, die Eurer Meinung so gar nichts hier zu suchen haben? Lasst uns Eure Meinung in den Kommentaren wissen. Bis dahin: Weiterspielen!

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2 Kommentare

  1. Gestern durfte ich auf einer Schulung von AMIGO dann auch mal „Absacker“ spielen. Ist kein Love Letter aber hält durchaus, was der Titel verspricht.

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