Eindrücke von der Spiel 2015 in Essen

Wir sind zurück aus Essen und wollen auf die Schnelle unsere ersten Eindrücke zu denjenigen Spielen, die wir nicht nur gespielt, sondern auch fotografiert haben mit Euch teilen. Die Bildqualität müsst ihr bitte entschuldigen, wir hatten nur Mobiltelefone dafür zur Verfügung. Zu manchen Spielen wird es gewiß noch ausführliche Rezensionen geben, aber hier erstmal schnelle Ersteindrücke in alphabetischer Reihenfolge:

Aventuria:

Ein in Aventurien, dem Schauplatz des Rollenspiels „Das schwarze Auge“ angesiedeltes Kartenspiel, oder vielleicht sollte man besser Sammelkartenspiel sagen. Denn dass Ulisses Spiele diverse Erweiterungen bereits geplant hat kann kaum bezweifelt werden. Das Spiel kann auf zwei Arten gespielt werden, von denen am Stand eine getestet werden konnte, der so genannte Duellmodus. Hier treten zwei bis vier Helden in Teams oder einzeln „free for all“ gegeneinander an und versuchen, sich gegenseitig auszuschalten. Im Grundspiel finden wir eine elfische Kundschafterin, einen halbelfischen Streuner, einen Zwergenschmied sowie eine tulanidische Magierin, jeweils mit ihren korrespondierenden Kartendecks. Klassisches DSA-Personal, könnte man sagen. Kämpfe werden mithilfe der Karten ausgetragen, die entweder als Ausdauer ins Spiel kommen (den Manalandschaften aus Magic vergleichbar) oder als Ausrüstung, Angriffsaktionen oder freie Aktionen genutzt werden können, was dann mit Ausdauer zu bezahlen ist. Angriffe werden wie aus dem Rollenspielvorbild gewohnt mit Zwanzigseitern auf Nahkampf- oder Fernkampfwerte probiert, wobei auch Angriffszauber hier einen eigenen Attackewert nutzen statt Zauberproben. Sind Angriffe erfolgreich, kostet das xW6+y Lebenspunkte, was jedem DSA-Veteranen vertraut ist.
Diese Grundmechanismen sind dann die Grundlage für Kämpfe im kooperativen Abenteuermodus, in dem dann auch die Talente und Fähigkeiten der Helden genutzt werden. Die Abenteuer werden von einem Spieler vorgelesen, wobei es immer wieder zu Entscheidungen und Talentproben kommen kann, die den weiteren Verlauf der Abenteuer beeinflussen. Kommt es zu Kämpfen, wird nach den oben angerissenen Regeln gegen diverse Gegnerhorden gekämpft, um das Abenteuer erfolgreich zu bestehen.
Wir waren erstaunt, wie viel Aventurien und DSA in ein überschaubar komplexes Kartenspiel passt. Es funktioniert super, trägt die Stimmung des großen Bruders durchaus und macht in beiden Modi wirklich Spaß. Großartig wird es wahrscheinlich, sobald mit Erweiterungen Deckbauoptionen bestehen. Auf der Heimreise im ICE haben wir dann auch zu viert den Abenteuermodus teten können:

Aventuria Abenteuer

„Silvanas Rettung“ in den beengten Verhältnissen eines ICE-Abteils.

The Big Book of Madness:

Spätestens seit King of Tokyo dürfte der französische Verlag iello jedem bekannt sein, dem auch etwas schräge Szenarien nicht abhold sind. Dieses Jahr präsentierte iello ein kooperatives Spiel für bis zu fünf Spieler, in dem es den Spielern als Zauberschüler gelingen muss, diverse Monster zu besiegen, die einem Zauberbuch entstiegen sind, das vielleicht zurecht unter Verschluß in der Bibliothek aufbewahrt wurde. Aber so sind sie nun einmal, die kleinen Racker: Schreib „Nicht öffnen!“ aufs Buch und Du kannst Dir sicher sein, dass sie „nur mal eben schnell gucken“ wollen.
Um das Buch wieder zu versiegeln und damit das Spiel zu gewinnen stehen den bis zu fünf Zauberschülern anfangs vier Zauber aus den unterschiedlichen Elementkategorien zur Verfügung, die mittels passender Manakarten aktiviert werden können. Mit diesen Zaubern lassen sich Aktionen an Spieler geben, die gerade nicht am Zug sind, Karten vernichten, Karten nachziehen und ähnlicher Schnickschnack. Im Laufe des Spiels lassen sich mächtigere Zauber erwerben, die allerdings auch teurer sind , weshalb man in bester „Dominion“-Manier sein Deck an Manakarten ausbauen sollte. Jede Runde erscheint ein neues Monster aus dem Buch, dessen Flüche beseitigt sein wollen, um Boni für die Gruppe zu kreieren. Und das am besten schnell, denn ab dem zweiten Spieler beginnen die Flüche zudem, den Spielern zu schaden.
Tolles Thema, tolle Grafik, leider für uns untolles Spiel. In unserer Testpartie zu fünft war es leider so, dass der Startspieler und die beiden hinter ihm Sitzenden sich um alles kümmern mussten, bzw. durften, während Spieler vier und fünf letztlich nur dazu da waren, die anderen drei mit Karten zu füttern, damit die Gruppe nicht untergeht. Das war für die beiden verständlicherweise eher enttäuschend, sodaß wir nach der Hälfte lieber abgebrochen haben. Zu Dritt könnte es vielleicht Potenzial haben.

Big Book of Madness Cover

Covergrafik „The Big Book of Madness

Dark Seas:

Dark Seas Cover

Monkey Island, anyone?

Ich schrieb ja bei Black Fleet schon, dass ich auf Piraten stehe, da verstand es sich von selbst, dass „Dark Seas“ ausprobiert werden musste. Zumal mir AEG mit Smash Up und Lave Letter in letzter Zeit ja ohnehin gute Kost zum Fraß vorgeworfen haben. Bei Dark Seas geht es darum, der verruchteste Piratenkapitän der Karibik zu werden. Jeder Spieler spielt auf einer persönlichen Auslage, die aus einer zentralen Insel besteht (selbstverständlich mit Totenkopffelsen), die von sechs Hafenregionen umschlossen ist, an die man im Lauf des Spiels Orte und Personen anlegen kann, um deren Vorteile zu nutzen. Diese reichen vom Anheuern neuer Piraten über Plündergüter bis hin zur Zerstörung feindlicher Orte. Gesteuert wird das ganze über vier Würfel, die der wechselnde Startspieler wirft (inklusive Reroll), die dann reihum alle Spieler für ihre Aktionen nutzen müssen. Die Aktionen bestehen im Ränke schmieden mittels der eigenen Beute, sofern man diese nicht als Ort auszuspielen gedenkt, sodann der Bewegung des Kapitäns, der quasi als Jokerwürfel herhalten muss, wenn die Farben der Würfel die Bewegung des Schiffes zu sehr einschränken würde. Zudem verstärkt er häufig Ortsaktionen, wenn er im entsprechenden Hafen rumhängt. Als nächstes kommt dann das Kernstück des Spieles: Das eigene Piratenschiff fährt von Ort zu Ort (soweit Kapitän und Würfel es zulassen) und aktiviert in jedem erreichten Hafen die Aktionen der Orte. So sammelt man Runde für Runde mehr Schätze, Dublonen, Piraten, Beutestücke und Schändlichkeitspunkte. Als Abschluss darf man dort, wo das Schiff steht noch einen neuen Ort errichten, wenn man noch welche auf der Hand hat und schon ist der nächste an der Reihe.
Nach zwölf Runden gibt es noch eine Endabrechnung, in der Piraten, Schätze und Geld in Schändlichkeit umgewandelt werden und der schändlichste unter uns darf sich zum Piratenkönig krönen.
Wir waren alle begeistert. Ein absolutes Leichtgewicht, das aber vermutlich nach einigen Partien ziemlich taktisches spielen gegen die Mitstreiter erlaubt. Zudem ist es unheimlich humorvoll gestaltet, sowohl Grafik als auch Texte auf den Beutestücken laden immer wieder zum Schmunzeln ein. Nicht abendfüllend, aber als Aufwärmer, Lückenfüller oder Absacker wird das Ding bei uns in nächster Zeit wohl häufiger den Tisch sehen dürfen.

Black Seas Tiles

Startaufbau eines Spielers in „Black Seas“

Weiter geht es nach der nächsten Maus.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

3 Kommentare

  1. Stimmt, von Star Wars Qwirkle und Star Wars Ubongo haben wir gar keine Fotos gemacht… Mist!

  2. Hey, cooler umfangreicher Post, freu mich schon das mit euch anzupacken…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.