Essen ’16 – Die ersten zwei Tage

Nach nunmehr fünf Monaten Blogpause melden wir uns nach der SPIEL’16 endlich zurück.
Die ersten beiden Tage waren bei uns vollgestopft mit Terminen bei diversen Verlagen, um den Laden  näher an die Existenz zu bringen. Dennoch haben wir es immer mal wieder geschafft, ein wenig zu spielen. Was es so gab und was wir nach einer jeweils ersten Probepartie dazu zu sagen haben, findet Ihr im Folgenden. Samstag und Sonntag wurden dann größtenteils mit dem Spielen zugebracht. Doch genug der Vorrede, los gehts:

Club der Erfinder

Club der Erfinder Asmodee Spiel
Der erste Titel, den wir ausprobiert haben ist der hübsch anzuschauende Club der Erfinder aus dem Hause Asmodee. Hierbei handelt es sich um ein an den Gelegenheitsspieler gerichtetes Spiel, in dem es darum geht, mit seinem Team von Erfindern die meisten Patente an Entwicklungen aus drei Zeitaltern zu ergattern. Diese könnte man grob als Neolithikum bis Antike, Mittelalter und Moderne klassifizieren. Jeder der bis zu fünf Spieler kontrolliert ein Team berühmter Wissenschaftler (Antike, Mittelalter, Aufklärung, Moderne, Atomzeitalter), wobei es dem Verlag sogar gelungen ist, in fast jedes Team zumindest eine Frau zu integrieren, so z.B. Hypolite im antiken Team oder die moderne Marie Curie (Hut ab, Frauen sind als Intellektuelle im Spiel ja eher selten anzutreffen. Meist verkommen sie nunmal leider zu Models für Kettenpanzerbikinis).
Diese Wissenschaftler haben unterschiedliche Werte in den vier Kategorien Physik, Chemie, Mechanik und Mathematik, die es gilt zur mehr oder minder gemeinsamen Entwicklung von Erfindungen einzusetzen, um so über Mehrheitswertungen an Boni, Punkte oder Patente zu kommen. Ein nettes Spiel mit wenig Glücksfaktor für die ganze Familie. Ein wenig Charakterentwicklung, ein wenig Ressourcenmanagement.

Dr. Eureka

Dr. Eureka Pegasus Spiel
Als nächstes gab es einen schnellen Test von Dr. Eureka, bei dem jeder Teilnehmer mit drei Reagenzgläsern mit je zwei gleichfarbigen Kugeln beginnt. Sobald die erste Aufgabenkarte aufgedeckt wird, wird es hektisch, gilt es doch die darauf angegebene Kombination von Farbmischungen durch das Umverteilen der Kugeln in den Kolben als erster zu erreichen. Ohne jedoch Kugeln herausnehmen zu dürfen. Erlaubt ist es nur, die Ingredienzien von einem Glas ins andere zu kippen, um so über mehrere Zwischenschritte zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Eine hervorragendes Tempopuzzle für Kinder ab sechs Jahren aus dem Hause Pegasus, bei dem auch jede Menge Hirnschmalz erforderlich ist.

Kumo Hogoshi

Kumo Hogoshi Morning Games
Für Freunde schachlastiger Unterhaltung bietet Kumo Hogoshi neues Futter. Das (extrem) hochwertig produzierte taktische Kampfspiel wartet mit zwei Gruppen Sumos auf, die versuchen, den anfangs zentral in der Arena platzierten Kumo-Stein in das Startgebiet des Gegners zu schieben. Zu zweit hat dazu jeder Spieler fünf Aktionen zur Verfügung, die er beliebig auf seine sechs sechsseitigen Krieger verteilen darf. Spielt man in zwei Teams, werden daraus acht Aktionen, die aber auf beide Spieler verteilt werden müssen. Die Krieger sind Würfel, die mögliche Aktion zeigt jeder einzelne durch seine Oberseite. Eine weitere Aktion ist das Drehen auf eine andere Oberfläche, sowie die Bewegung um ein Feld. Auf den Würfeln zeigen sich dann so Sachen wie das Verschieben des Steins, Rennen ( Bewegung über zwei Felder) das Verschieben von Gegnern und anderes. Der Kniff, der die ganze Nummer anspruchsvoll macht, ist die dritte würfelunabhängige Aktion, das einmal pro Runde obligatorische Drehen der Arena um neunzig Grad. Dadurch wird jede Menge Gedankenarbeit nötig, um den Stein langfristig wirklich beim Gegner abzuladen und sich nicht selbst ein Bein zu stellen. Erschienen ist die Denkorgie beim französischen Verlag morning games. Den einzigen Wehmutstropfen – Regeln gibt es bisher nur auf Englisch und Französisch – kann man verkraften, indem man die schon produzierten Erweiterungen Ninjas und Samurai gleich mit dazunimmt, die völlig andere Aktionsmöglichkeiten bieten und das Spiel somit obendrein asynchron ablaufen lassen.

Arkham Horror LCG

Arkham Horror LCG Heidelberger

FFG hat sich offenbar gedacht, es wäre nicht ganz verkehrt die Verkaufsschlager Arkham Horror und ihre LCGs (Herr der Ringe, Star Wars, Netrunner) zu kombinieren. Recht haben sie. Cthulhu war dieses Jahr ohnehin in aller Munde (igitt!) und da die Fangemeinde weiß, dass die Amerikaner tonangebend in den Spielen rund um Lovecrafts Horrorgeschichten sind, werden sie wohl auch diesen Titel ausprobieren. Von der thematischen Tiefe her erinnert es sehr an Arkham/Eldritch Horror, der Spielablauf nimmt einige Elemente aus diesen und verbindet sie mit den grundlegenden Mechanismen des Der Herr der Ringe – LCG. Dabei macht es mit diesem, was Eldritchg Horror mit Arkham gemacht hat: Es verschlankt den Spielablauf, insbesondere indem es viel Verwaltungsaufwand entfernt. Könnte gut sein, dass dieser Kollege bei vielen HDR-Fans zum neuen Lieblingstitel avanciert. Die deutsche Ausgabe sollte dieser Tage bei Heidelberger erscheinen.

Seafall

Seafall Spiel

Plaid Hat Games haben uns vorletztes Jahr schon mit ihrem ausgezeichneten Koop Winter der Toten vollumfänglich von ihren Fähigkeiten überzeugt und da wir dank Pandemic Legacy mittlerweile sogar an Pandemie Gefallen gefunden haben, war es klar, dass wir uns Seafall anschauen würden. Für diejenigen, die in irgendeiner Höhle in der Antarktis leben: Legacy, also quasi Vermächtnis nennen die Spieleverlage die Idee, das Spiel nach dem Kauf von Partie zu Partie zu verändern. Das erste dürfte Risiko Evolution gewesen sein, im Original hieß es Risk Legacy.
In Seafall erkunden die Spieler im Verlauf mehrerer Partien eine zu Beginn noch größtenteils unentdeckte Inselwelt, knechten Ureinwohner oder treiben Handel mit ihnen, bauen ihre eigenen Häfen aus, überfallen sich gegenseitig und erleben in Oben und Unten – Manier Abenteuer. Mit jeder Partie kommen mehr Regeln dazu, es landen Aufkleber auf Spielbrett und Karten, wahrscheinlich zerreißt man manches Spielmaterial sogar irgendwann. Im von uns gespielten Prolog lernt man die Grundmechanismen kennen, verbessert seine Flotte schon ein wenig und tauft die ersten Inseln. Weihnachten kann kommen…
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2 Kommentare

  1. Oh, Messeneuheiten aus der Zukunft?

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