Essen’16 – Samstag/Sonntag

Hier kommt der zweite Teil unserer Messenachschau. Wer den ersten Teil nicht gelesen hat, möge hier klicken. Das Orakel von Delphi, Great Western Trail, Colony oder andere auf der Messe heiß diskutierte Titel (Terraforming Mars, hust, hust) werdet Ihr hier nicht finden, die spielen wir Ende November in Stuttgart. Dafür muss man als Südwestler wirklich keine Messezeit opfern.

Acht-Minuten-Imperium LegendenAcht-Minuten Imperium Legenden

Da wir, wie schon erwähnt, Fans des Acht-Minuten Imperiums sind stellte sich die Frage nicht. Musste gespielt werden. Kurz erklärt, direkt gekauft, so konnte man es im Hotel ausprobieren statt Zeit auf der Messe zu verdödeln. Was soll man sagen? Es ist 8-Minuten-Imperium, aber als Spiel. Die Regeln sind grundsätzlich die gleichen geblieben, nur dass (so man mag) jeder Spieler eine Spezialfähigkeit hat, der Spielplan modular gestaltet ist und das Sammeln von Ressourcenkarten auf eine einzige Ressource minimiert wurde. Dafür haben die Spielkarten neben der üblichen Aktion jetzt häufig Boni, die dauerhaft gelten und es gibt bestimmte legendäre Orte auf der Karte, deren Eroberer (derjenige, der zurerst eine Stadt dort errichtet) einen dauerhaften Bonus einheimst. Diese kleinen Änderungen sorgen dafür, dass das „Original“ bei uns wohl einstauben wird. Letztlich hat man mit diesem Titel die „Experten“-Variante des „Familien“-Spiels vor sich.

Not AloneNot Alone Spiel
Not Alone haben wir uns nur ausgiebig erklären lassen. Danach hatten wir kein Interesse daran, auf einen freien Nicht-Französischen Spieltisch zu warten. Grundlegend kann man sagen: Bruno Faidutti lässt grüßen. Die Spieler (bis auf einen) spielen ein auf einem fremden Planeten abgestürztes Team von Astronauten. Der Planet hat total was dagegen, gespielt vom übriggebliebenen Spieler. Runde für Runde wählt jeder Spieler eine Aktion, die mit einer der (zu Beginn) fünf Landschaften korrespondiert. Diese sorgen dafür, dass man auf der Rettungsleiste voranscheitet, Aktionskarten zurück auf die Hand nehmen darf und whatnot. Der Gegenspieler tut dies ebenfalls, um die Asttronauten aufzuhalten. Wählt er nämlich dieselbe Aktion wie ein oder mehrere Spieler, tut er ihnen schlimme Dinge an. Über Zeit und über die Aktionen schreitet der Astronautenspielstein genau so wie der des aggressiven Planeten auf der Rettungsleiste dem Spielende entgegen. Welche Partei diese zuerst komplett abgeschritten hat, gewinnt. Klingt grundlegend interessant, schien uns aber zu wenig zu sein, als dass wir drauf warten wollten.

Covenant – El PactoCovenant El Pacto Spiel

Ursprünglich hatte uns nur das Plakat angesprochen. Landete der Grafik halber auf der „Wenn wir zufällig noch mal vorbei kommen“ – Liste. Gesagt, getan. Nach einer Erklärung in sehr spanischem Englisch zuzüglich eigenem Nachlesen in der Regel konnten wir uns dem kleinen Kartenspiel widmen. Irgendwie gehts drum, dass vier Familien der Meinung sind, der König sei doof, weshalb es lohnen könne ihn loszuwerden. Gesagt, nicht so leicht getan. Zur Bewerkstelligung schließt man einen Pakt mit dem Tod persönlich. Der verspricht, sich um das Problem zu kümmern, verlangt im Gegenzug aber einen der Paktierer, weshalb jetzt ein Killer im Namen des Todes unterwegs ist. In der „Stadt“ genannten zentralen Auslage liegen die relevanten Bewohner (und potenziellen Killer) verdeckt herum, dieselben Charaktere finden sich noch einmal auf den Händen der Spieler. Diese gilt es, reihum vor sich auszuspielen und ihre jeweilige Aktion zu nutzen. Nebenher werden (Memory lässt grüßen) Ihre Pendants in der Stadt Stück für Stück aufgedeckt. Wird ein Charakter aufgedeckt, den ich vor mir liegen habe, wandert er zu mir und wird dadurch „unschuldig“. So mir anderer Leute Aktionen das nicht wieder zunichte machen. Am Spielende wird nach bestimmten Regeln entschieden, welcher Charakter (können auch mehrere sein) unter den noch verdächtigen in der Mitte der Mörder ist. Wer dessen Kopie vor sich liegen hat ist tot und somit raus. Die übrigen Spieler zählen ihre durch Aktionen und ihre geheime Auftragskarte gesammelten Punkte und zack (!) der neue König ist gefunden. Ein sehr interessantes und überaus schön gestaltetes, schnelles und trügerisches Kartenspiel mit sehr düsterer Grafik.

KlaskKlask Spiel

Kurz gesagt: Weihnachtsgeschenk für die ganze Familie. Es handelt sich bei Klask letztlich um Airhockey für den Küchentisch. Zwei Spieler treten gegeneinander an und versuchen magnetgesteuert Tore im gegnerischen Loch zu erzielen. Ein sehr schnelles Geschicklichkeitsspiel für jung und alt. Problem nur, dass man es nicht kaufen kann. Auf der (dänischen!) Internetseite des Herstellers kann man nicht bestellen und wir haben abgesehen von einem Ebay-Italiener, der damit reich werden will, keinen Anbieter gefunden. In Essen ging es aber weg wie geschnitten Brot.

What’s UpWhats up Kartenspiel nskn

Widmen wir uns nun zwei kleinen Kartenspielen, beide aus dem rumänischen HauseNSKN. Den ersten Auftritt hat What’s Up, eine eher an jüngere Spieler gerichtete Memory-Variante, die etwas mehr zu bieten hat als das Original von Ravensburger. In einer offenen Auslage liegen beidseitig bedruckte Karten mit unfassbar süßen Vögeln, die es in drei Farben gibt. Jede Karte zeigt ein bis drei Vögel derselben Farbe. Auf der Rückseite befindet sich entweder die gleiche Farbe in anderer Anzahl oder die gleiche Anzahl anderer Vögel. Ziel der bis zu vier Spieler ist es, Vogelreihen zu sammeln, beginnend mit einem, gefolgt von einem und abgeschlossen von drei Vögeln der selben Farbe. Dies geschieht, indem der aktive Spieler eine Karte umdreht. Passen die abgebildeten Vögel in seine Auslage, nimmt er sie zu sich, ansonsten bleibt die nun umgedrehte Karte liegen und der nächste ist am Zug. Das geht reihum weiter, bis ein Spieler drei (oder zwei bei vier Spielern) komplette Reihen beieinander hat. Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren sehr empfehlenswert.

3 Wishes3 Wishes Kartenspiel NSKN

Das selbe Studio vertreibt ebenfalls über NSKN ein weiteres kleines Kartenspiel, das ich als klassischen Absacker bezeichnen würde, das aber auch mit Kindern ab acht Jahren hervorragend funktioniert. Das durften wir in Essen mit zwei Leihknaben testen.
In 3 Wishes geht es darum, sich drei Herzenswünsche zu erfüllen. Ein Objekt/Haustier, eine Superkraft und etwas, das der Menschheit hilft. Z.B. ein Raumschiff, Telekinese und das Überwinden des Hungers weltweit. Übersetzt heißt das, dass ich drei verdeckte Karten vor mir ausliegen habe, von denen ich nur eine kenne. Ziel ist e, am Spielende eine blaue, eine gelbe und eine rosa Karte dort liegen zu haben, optimalerweise mit möglichst hohem Punktwert. Dies gilt es, zu erreichen, indem man von Runde zu Runde zwei Aktionen ausführt. Dies umfasst das Anschauen eigener Karten sowie wildes Hin-undHer-Getausche mit Mitspielern oder der der Tischmitte sowie das Mischen der eigenen Karten. Statt Aktionen zu tätigen, kann man auch das Spielende verkünden. Dann wird aufgedeckt und derjenige Spieler mit dem höchstwertigen Drilling gewinnt. Eine Art erwachsenes Biberbande in hübscher Verpackung.
Die nächste große Schachtel machen wir auf Seite zwei auf.

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