Spiel 2015 Evolution

Discoveries:
Nach dem großen Anklang, den “Lewis & Clark” letztes Jahr gefunden hat, war es natürlich nicht verwunderlich, dass Ludonaute eine Würfelvariante dazu ankündigte. Die liegt mit “Discoveries – The Journals of Lewis & Clark” nun vor. Die Spieler wetteifern dabei darum, das interessanteste Reisetagebuch zu schreiben, was dadurch geschieht, dass man Stück für Stück durch die Gegend reist, sprich Reisekarten sammelt, indem man mit seinen Würfeln Wegstrecken ansammelt, die dann durch Einsatz von Tagebuchwürfeln für das “Eintragen” der momentan am eigenen Tableau  ausliegenden Routenkarte ins Tagebuch genutzt werden. Die Würfel tragen verschiedene Symbole wie Fußspuren und Hufeisen, die für Reiseetappen benötigt werden, Indianerköpfe, um Kontakt mit Stämmen von Ureinwohnern aufzunehmen, die verschiedene Vorteile auf der Reise gewähren, sowie das eben schon erwähnte Schreibsymbol. Benutzte Würfel wandern häufig auf das zentrale Tableau des Spiels, von wo aus man entweder die eigenen oder alle Sechsseiter von einer Tableauhälfte nehmen darf, statt eine Würfelaktion  durchzuführen. Interaktion entsteht dadurch, dass wenn ein Spieler die eigenen Würfel nimmt, er auch diejenigen erhält, die momentan bei anderen Spielern im Einsatz sind. Theoretisch zumindest. Denn dadurch, dass man deshalb nur extrem selten mit fremden Würfeln planen kann, nimmt die selten jemand. Man beschränkt sich also auf die eigenen und die neutralen, die man immer erhält, wenn man Kontakt mit Indianern aufbaut. Dehalb spielt jeder so vor sich hin, Interaktion kommt nicht auf, ebensowenig wie Abwechslung oder gar ein Spannungsbogen. Jede neue Runde ist einfach nur mehr desselben, sodaß wir froh waren, als das Spiel nach einer halben Stunde rum war. Weil wir nur mit dem halben Kartenstapel gespielt haben. Sonst hätten wir wohl abgebrochen. Wer ein Würfeleinsatzspiel sucht, das funktionierende Spannungsbögen aufbaut, möge sich doch lieber mit den Burgen von Burgund oder dem mit dem diesjährigen Deutschen Spielepreis ausgezeichneten Auf den Spuren von Marco Polo beschäftigen. Für uns eine der großen Enttäuschungen der diesjährigen Spiel.

Discoveries Lewis Clark

Hat mit dem großen Bruder außer dem Thema nichts zu tun: “Discoveries”

Evolution:
Kommen wir zu einem meiner persönlichen Highlights des Jahrgangs. North Star Games hat eine recht große Fläche für diverse Tische mit ihrem 2014 erschienen “Evolution” angemietet, dass in Essen bei Schmidt auch in deutscher Übersetzung präsentiert wurde. Wie der Titel schon andeutet, geht es darum, die eigenen Arten durch Evolution am zu verändern, damit sie sich in einer immer dichter besiedelten und permanent verändernden Umwelt am Leben erhalten können. Zu Beginn steht jedem Spieler eine einzige Spezies zur Verfügung, die eigentlich nichts kann (Amöben?) und deren beiden Attribute Körpergröße und Population bei eins liegen. Zudem hat man vier Karten zur Verfügung, von denen eine verdeckt in das zentrale Wasserloch abgeworfen wird, wodurch die Spieler die am Rundenende verfügbare Nahrungsmenge definieren. Die restlichen Karten können entweder entsorgt werden, um neue Spezies zu ergattern oder schon vorhande körperlich wachsen oder sich vermehren zu lassen. Die Alternative besteht darin, sie als offene “Traits”, also Eigenschaften oder Merkmale, den eigenen Spezies zuzuweisen. Dadurch werden diese fruchtbarer (schnelleres Populationswachstum), entwickeln Körperfett (hilft dabei, nicht gleich zu verhungern), erlernen das Klettern, werden intelligent, entwickeln Hörner und und und. Danach wird reihum am Wasserloch gefressen und wer nicht ernährt werden kann, verliert entsprechend an Population. So weit simpel und eher langweilig. Alerdings gibt es einen Trait, der das Spiel zu einem interaktiven und spannenden “Survival-of-the-Fittest”-Wettkampf  macht: Man kann mittels Trait aus der bislang friedlichen vegetarischen Spezies Fleischfresser machen, damit man statt um die mageren Pflanzen am Tümpel zu konkurrieren sich einfach an gegnerischen Populationen kleinerer Tiere sattfressen kann. Und damit beginnt der Spaß, denn die Pflanzenfresser können sich durch Hörner, Warnrufe, das Klettern und allerlei anderes dagegen schützen. Kann der Carnivor ebenfalls klettern, hilft natürlich auch das Klettern nicht mehr, Angriffe aus dem Hinterhalt umgehen Warnrufe und so weiter. Da gesammelte Nahrungsmarker als Hauptquelle für Siegpunkte dienen und man umso mehr fressen kann, je größer die Population ist, mag man sich natürlich nur ungern anknabbern lassen. Sollten alle gegnerischen Spezies für den eigenen Fleischfresser unangreifbar sein, frisst er übrigens auch die Pflanzenfresser, die man selbst gezüchtet hat.
Ein äußerst schön gestaltetes Wettrüsten am Tümpel, dass viel Tiefgang durch die Kombinationsmöglichkeiten der diversen Traits bietet. Im Englischen liegt auch schon die erste Erweiterung vor, die sich hauptsächlich um die Entwicklung flugfähiger Spezies dreht.

Evolution Brettspiel

Wettrüsten am Biotop: Fressen oder Gefressen werden? Evtl. Sowohl als auch.

Looping Chewie:

Manchmal sagt ein Bild wirklich mehr als tausend Worte. Los gehts:

Looping Chewie

Looping Louie ging noch zu viert, ist aber auch egal.

Looping Chewie.

Allemal cooler als Star Wars Carcassonne, Star Wars Qwirkle oder gar Star Wars Ubongo (kein Witz!)

Eine Seite noch und ihr habts hinter Euch.
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