Spiel 2015 Evolution

Magic – Arena of the Planeswalkers:

Ich spiele zwar schon seit Jahren kein “Magic” mehr, aber selbstverständlich musste das Teil ausprobiert werden. Die bis zu fünf Spieler übernehmen die Kontrolle über einen der fünf im Grundspiel enthaltenen Planeswalker und seine zwei Einheiten aus je drei Kreaturen und betritt die Arena, um sich gegenseitig den Garaus zu machen, wahlweise im Team oder jeder gegen jeden. Runde um Runde werden entweder der Walker oder die Einheiten aktiviert, laufen durch die aus Hexfeldern bestehende Arena, um sich im Nah- oder Fernkampf abzuschlachten. Jede Einheit hat dabei unterschiedlich viele Würfel für Angriff und Verteidigung, Lebenspunkte, Reichweiten und Geschwindigkeitswerte zur Verfügung. Dazu kommen Sonderfähigkeiten, die gegnerische Einheiten schwächen, befreundete stärken oder zum Beispiel das Wiederauferstehen vom Friedhof im Falle der Zombies und Phönixe erlauben. Jeder Planeswalker verfügt darüber hinaus – wie sollte es anders sein – über Zauberkarten die in die Arena hineingewirkt werden können, um das Kampfgeschehen zu beeinflussen.
Abgesehen von der Grafik auf den Zauberkarten und manchen Zaubernamen hat “M-AotP” jedoch nichts mit “MtG” zu tun. Wirklich nichts erinnert spielmechanisch an das gute alte, nicht totzukriegende Trading Card Game. Was schade ist, da “Magic the Gathering” nach wie vor ein gutes Spiel zu sein scheint. Die Arenavariante auf dem Brett ist es definitiv nicht. Vor 20 Jahren wäre es der Hammer gewesen, vor 10 immerhin noch spielbar. Heute macht es ungefähr so viel Spaß wie HeroQuest wieder auszupacken. Obendrein sind die Regeln voller Lücken, die Miniaturen auf dem Stand von ca. 1990, für heutige Verhältnisse also einfach nur grottig und der Spielplan potthässlich. Viele Spiele jüngeren Datums haben gezeigt, wie man taktisches Skirmish-Tabletop auch für Brettspieler umsetzen kann, nicht zuletzt das von uns bejubelte Mars Attacks. Dieses Spiel braucht wirklich niemand. Verkaufen wird sichs trotzdem. Hasbro weiß, dass allein die Lizenz “Magic” jede Menge Käufer generiert. Ob sie ihrem Ruf damit einen Gefallen getan haben, lasse ich mal dahingestellt. Andererseits ist der in der Szene ja eh nicht so der beste, wen kümmerts also?

Magic Arena of the Planeswalkers

Quälend blöde Würfelei, die 1985 vielleicht cool gewesen wäre: Magic

Raptor:

Jurassic Park gefällig? Ein Team von Forschern wird von Raptoren verfolgt, die sie mit Haut und Haar vertilgen wollen. Eine besorgte Raptormutter versucht, wenigstens drei ihrer fünf Babies vor den wie Zombiehorden über sie herfallenden Forschern zu retten. Allein dieses Umdrehen der klassischen Erzählstruktur würde reichen, um mich den Zweispielertitel aus dem Haue Matagot ausprobieren zu lassen. Autorennamen wie Faidutti und Cathala auf der Schachtel sind natürlich auch nicht zu verachten, wenn man beim Publikum Interesse aufkommen lassen will. In Raptor übernimmt ein Spieler das zahlenmäßig weit überlegene Forscherteam, der andere die Raptormutter und ihre fünf Jungen. Vier der Forscher und alle Dinosaurier beginnen auf dem Spielfeld, mehr Forscher können später über Aktionskarten an der Jagd teilnehmen. Beiden Spieler steht ein eigener Satz an neun Karten zur Verfügung, um damit das Spiel zu bestreiten. Zu Beginn jeder Runde wählen beide je eine Karte verdeckt aus (klar, Bruno Faidutti war ja beteiligt) und decken diese dann aus. Wer den geringeren Kartenwert aufgedeckt hat, führt zuerst seine Kartenaktion aus. Damit kann die Mutter z.B. Babys zu sich rufen, betäubte Babys aufwecken, sich verstecken und allerlei mehr. Die Forscher können Babys betäuben, was für die spätere Gefangennahme zwingend erforderlich ist, den Wald in Brand setzen, um die Bewegungsfreiheit der Dinosaurier einzuschränken oder Verstärkung rufen.
Anschließend erhält der andere Spieler eine Anzahl an Aktionspunkten, die der Differenz der Kartenwerte entspricht. Allerdings muss er auf die Kartenaktion verzichten. Mit Aktionspunkten wird hauptsächlich die Bewegung gesteuert, Raptorbabys betäubt oder gefangen sowie Forscher verängstigt oder gefressen. Der Dinospieler gewinnt, wenn es ihm gelingt, drei Babys über die Ausgänge vom Brett zu bringen, die Forscher siegen über die Gefangennahme dreier Dinosaurier.
Die Testpartie hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das notwendige Kartenhandmanagement und geisitge Pokern bei der Auswahl der richtigen Karte haben für viel Spannung und so manches Dilemma gesorgt. Das Spiel ging allerdings mit einem haushohen Sieg für die Forscher aus. Weitere Partien müssen zeigen, ob das Spiel vielleicht an Balancingproblemen mangelt oder Spielfehler der Dinomami verantwortlich waren.

Raptor Matagot

Jurassic Park einmal umgekehrt: Raptor von Bruno Faidutti und Bruno Cathala

Das wars fürs erste. Eventuell folgen bald noch manche Worte zu “7 Wonders – Duell”, “Orkensturm”, “Metal Adventures”, “Barony” und vielem mehr. Ich hoffe, die Übersicht wusste zu gefallen. Wie sieht das bei Euch aus, falls ihr in Essen wart? Geheimtipps, große Würfe oder herbe Enttäuschungen gefunden? Lasst es uns wissen.
Vorherige Seite

Categories:

Comments are closed